Das schreiben die anderen

 


Andere sind prominenter: Ronald Galenza wurde später Musikjournalist und gilt als renommiertester Aufarbeiter der ostdeutschen Popgeschichte.

Thomas Winkler, in Fluter

 

Habe mir gerade deine Webseite etwas angesehen: tadellose Sachen drauf! Chapeau:) LG.

Hannes Rossacher – Film-Regisseur: Worldwide Documentaries, Rock & Pop in Concert for Cinema, TV & DVD; The Performing Arts: Theater, Opera and Classical Music

 

Das - Festival Pop-Kultur - ist halt nicht einfach ein Festival mehr im prall gefüllten Berliner Veranstaltungskalender, sondern vielleicht doch etwas Besonderes, Anderes. Viele gute alte Bekannte aus dem Berliner oder Hamburger Szene-Leben der letzten 20 Jahre treten hier auf, von Gudrun Gut über Masha Qurella bis zu Mo Loschelder über Ronald Galenza bis zu Carsten Meyer aka Erobique und Andreas Dorau.

Gerrit Bartels, taz - 24/08/2017


"Rompe ist nicht Kruso, ... aber ein paar Facetten hat Kruso von Rompe geerbt. Es gibt gutes ein gutes Material über diese Zeit, Texte und Fotos, das habe ich benutzt, etwa für die Beschreibung der Konzerte am Strand. Wenn man möchte, kann man auch die beiden Musiker erkennen, die später Rammstein gegründet haben und auch heute noch in der Band sind."

Der Dichter Lutz Seiler über das Buch "Mix mir einen Drink" von R. Galenza und H. Havemeister, das in sein Buch "Kruso" (Deutscher Buchpreis 2014) eingeflossen ist.

Berliner Zeitung, S. 25 - 8/10/2014

 

Das Buch „Mix mir einen Drink“ ist ja nicht auf unser Anraten entstanden, sondern von Galenza und Havemeister. Da waren wir sozusagen nur Werkzeug.

Flake - Interview auf http://alternativmusik.de/

 

Der Postpunk der Spät-DDR stand auf einer Stufe mit New Wave und No Wave in England oder USA, war voll auf dem Weltniveau der Avantgardekultur, was sehr gut auf der Doppel-CD »Spannung. Leistung. Widerstand«, die dem gleichnamigen Buch von Alexander Pehlemann und Ronald Galenza (Berlin 2006) beiliegt, dokumentiert wird.

Christof Meuler, Junge Welt

 

Ich hatte keine Verwandtschaft im Osten. Ein paar flüchtige Bekannte, etwa Kassiber-Korrespondenten des Kölner Musikmagazins Spex. Und die hatten, wie der DJ Ronald Galenza oder der Kunsthistoriker Christoph Tannert, beste musikalische und künstlerische Netzwerke.

Markus Schneider,  Berliner Zeitung

 

Sie waren die ersten Punk- und New-Wave-DJs in der DDR: Vor fast genau 25 Jahren, Anfang 1986, riefen Ebi Fischel und Ronald Galenza auf der Insel der Jugend die "X-Mal"-Party ins Leben - eine legendäre Veranstaltungsreihe, bei der die Musik vorher aus dem Westradio aufgenommen und dann von Kassette abgespielt wurde. Für die kreative Ostberliner Pop-Szene wurde "X-Mal" zum wichtigsten Ort; eine ganze Generation späterer Bands, DJs, Künstler und Klub-Betreiber wurde hier musikalisch geprägt.

Jens Balzer, Berliner Zeitung

 

Holger Friedrich (Verleger) hatte lange Haare, Kletterschuhe und er hat ihm Pankow empfohlen, eine Berliner Band. Pankow sang das Lied „Er will anders sein“, das ihre Gefühle auf den Punkt brachte.


Alexander Osang, Der SPIEGEL 2020

 

Jäcki traf einen Fan von uns auf der Straße. Er ist heute Schriftsteller und Journalist, er stellte sich als Ronald Galenza vor. Ronald war Punk und Poet, spielte selbst in einer Band. Ronald bekam einen alten Baß, dafür bekam Jäcki Texte von Ronald. Es ging in dem Text um einen Jungen, der anders sein will. Das sprach mir aus der Seele, besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Wenn unser Publikum mitsang, wurde das Lied größer und mächtiger. Ronald Galenza hatte uns auch einen anderen Text überlassen: Isolde. Vielleicht waren diese Worte für mich auch eine Möglichkeit, vor der schweren Politik zu fliehen…

Pankow-Sänger André Herzberg im Buch: „Keine Stars – Mein Leben mit Pankow“

 

Kassetten in der DDR: Subkultur per Postversand

Aufgearbeitet wurde diese komplexe Szene, zu der auch die Dichter Bert Papenfuß und Peter Wawerzinek, Bands wie Ornament & Verbrechen, AG Geige, Die Freunde der italienischen Oper oder Die Zucht gehörten, in dem Buch "Spannung.Leistung.Widerstand – Magnetbanduntergrund DDR 1979 -1990". Das Buch von Ronald Galenza und Alexander Pehleman erinnert an multimediale Inszenierungen von A New Affair und Off Ground, an Radiosendungen wie Parocktikum und Grenzpzunkt Null, an eine Kultur mit selbstproduzierten Kassetten und hektografierten Literaturzeitschriften.

Stefan Maelck, MDR KULTUR - November 2019 

 

Aus Interviews mit zahllosen Weggefährten, von Musikerkollegen bis hin zum Volksbühnenstar Henry Hübchen, haben die Publizisten Ronald Galenza und Heinz Havemeister eine faszinierende deutsche Biografie zusammenmontiert - und vielleicht das beste momentan erhältliche Buch über den Untergang der DDR und die Jahre danach.

Peter Richter - Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Eine Diskussion um »Lyrik und Punk« an der Berliner Akademie der Künste

Tatsächlich spielen sich die mit der Moderatorin auf dem Podium sitzenden Diskussionsteilnehmer, der Autor und Radioredakteur Ronald Galenza, der Dichter Bert Papenfuß, der Musiker Ronald Lippok sowie der Künstler und Musiker Wolfgang Müller, den Ball zu, indem sie sich über ihre Anfänge als Kultur(anders)macher austauschen. Um Lesungen interessanter zu gestalten, weil dabei wenig passiere, außer dass »jemand lange und fast regungslos neben einem Glas Wasser und vor einem Buch sitzt«, wie es Galenza beschreibt, trug Papenfuß Texte vor, während zwei E-Gitarristen Akkorde unangespitzt in den Boden rammten. Dort begannen Freundschaften, während andere endeten. »Die einen waren halt kreativ«, beschreibt Galenza die damaligen sozialen Annäherungen und Entfernungen im Osten, »die anderen wollten lieber nur Bier trinken.«

Kristof Schreuf - Junge Welt - 20/3/2018

 

Schon im Ausbildungslager gab es Knatsch. Im Mai/Juni 1986 hatten wir wochenlang nichts von Jochen (Berg) gehört, der unentschuldigt fehlte. Die LKO machte sich Sorgen. Sankt Hans wurde Krista Selyk einberufen, nach kurzer Beratung delegierte er Galenza und mich zu Galarza (argent. Regisseur), von dem wir in Managua weitere Informationen erhalten sollten – und auch bekamen …

Der schnell genervte Galenza verschwand in einem in der Nachbarbaracke als Touristenfalle getarnten Kartenhaus und ward nicht mehr gesehen. Aus der gleißenden Düsternis des Hinterraums tauchte der schweißnasse (Lothar) Feix mit (Peter-Paul) Zahl im Geschlepp auf.

Sepp Fernstaub (aka Bert Papenfuß) - Aus: „GRUNDSTURZ – Der tiefe Unstaat des Inneren Prenzlauer Bergs“

In: Abwärts / Empör, Nr. 26 – Mai 2018 (S. 12-13)

 

Am Plan steht das RAW-Gelände zwischen der Warschauer Straße und dem Warschauer Bahnhof. Eine alternative Stadt in der Stadt: Bars, Veranstaltungshallen, ein Skatepark, ein Kletterpunker, … Ein kleines anarchisch anmutendes Freigelände unnah der Spree. Ganz Berlin ist eine einzige, große Baustelle. Die Stadt lässt sich dabei zusehen wie der Kommerz sie aufsaugt. Alles wird vermarktet, heute hip morgen tot. Am Nachmittag wartet Freund und DDR-Punk-Zeitzeuge Ronald Galenza um die Glanzzeiten des „anderen“ Ostrocks noch einmal aufzuwärmen. Herr Galenza, ein großer Erzähler!


Mario Lang – Zeitschrift „Augustin“ Wien / Blogger

 

Ronald Galenza und Alexander Pehlemann haben sich einem weitgehend unbekannten Kapitel deutscher Musikgeschichte gewidmet: den eigentümlichen musikalischen Experimenten einer Reihe von Leuten, die in den 80er Jahren dem DDR-Regime trotzten, weil sie einfach nur Musik machen wollten. Um so verdienstvoller ist es, dass Alexander Pehlemann und Ronald Galenza im Verbrecher Verlag einen materialreichen Sampler herausgegeben haben, der mit Interviews und Texten von Zeitzeugen und nicht zuletzt zwei CDs mit über 50 Titeln aufwartet, die sonst absolut nicht mehr greifbar gewesen wären - quasi musikalische Archäologie.


Enno Stahl im Deutschlandfunk

 

Die Herausgeber Alexander Pehlemann und Ronald Galenza führen mit kleinen Aufsätzen, Interviews, Gedichten oder Pamphleten in das virulente Schaffen einer Literatur-, Kunst- und Musikszene. Lustvolle Störgeräusche sägten an der Uniformität eines als erdrückend langweilig empfundenen Alltags«, schreibt Radiojournalist Ronald Galenza in „Daten-Dandys und Tape-Täter“.


- DIE ZEIT

 

Am besten alle Tipps in den Wind schlagen, nur machen, was man selber will, sagt Flake, dass ist das Feeling-B-Erbe von Rammstein. Eine Geisteshaltung, die die bücherschrankgroße Feeling-B-Biografie "Mix mir einen Drink" liebevoll beschreibt, die die beiden Szenekenner Ronald Galenza und Heinz Havemeister aus wochenlangen Gesprächen mit Flake Lorenz und Paul Landers destilliert haben. Es ist die Rückkehr in ein anderes Land: Besser als jede hochgelehrte Alltagsanalyse beschreibt der Weg der Berliner Band die Möglichkeit, sich in der DDR-Enge Freiräume zu erobern. Lorenz sieht das Buch, das trotz seines eher randständigen Themas in der Bestsellerliste der aktuellen Pop-Biografien nach dem Erscheinen nur von Dieter Bohlens Lebensbeichte geschlagen wurde, nicht als Denkmal für seinen Bandkollegen Aljoscha. "Wenn ich ehrlich bin", sagt Flake Lorenz, "haben wir das Buch für uns gemacht."

Steffen Könau, Mitteldeutsche Zeitung



Mit Punk in der DDR hatte sich Ronanld Galenza - neben Alex Pehlemann von "Zonic" Herausgeber von Spannung. Leistung. Widerstand - in seinen letzten, mit Heinz Havemeister herausgegebenen Büchern „Wir wollen immer artig sein. Punk, New Wave, Underground und Hip Hop in der DDR“ (1999) und „Mix mir einen Drink“ (2002) über die Band Feeling B beschäftigt. In Spannung. Leistung. Widerstand geht es nun um die Schnittstelle von Undergroundliteratur, Bildender Kunst und Post-Punk, vereinigt auf einer Magnettonbandkassette.


Annett Gröschner in FREITAG

 

Von anderer Art ist eine Sammlung über die Literaten- und Künstlerszene Ostberlins 1979 bis 1989. Herausgeber Uwe Warnke und Ingeborg Quaas nannten sie „Die Addition der Differenzen“. Mit einem anderen Beiträger, Ronald Galenza, der seinerseits zitiert, kann man sagen: „Diese Situation war nicht tanzbar“. Denn: Es war unwirtschaftlich, zu Hause zu trinken.


Matthias Biskupek

 

 

In seinem 2011 erschienenen Roman „Zur letzten Instanz“ erzählt Marc Schweska die Geschichte der DDR als Geschichte eines Staats, der von den frühen Auseinandersetzungen mit Kybernetik bis hin zur Punkbewegung durch eine allgegenwärtige Bastlermentalität bestimmt war. Auch im Rückgriff auf Dokumentationen wie dem von Ronald Galenza und Alexander Pehlemann herausgegebenen Band „Spannung, Leistung, Widerstand. Magnetbanduntergrund DDR 1979-1990“ sollen die als spezifisch ‚ostdeutsch‘ entworfenen Bastlertypen und Bastlerpraktiken betrachtet und kurz vor dem Hintergrund kulturwissenschaftlicher ‚Basteldiskurse‘ (Lévi-Strauss, de Certeau) und ‚westdeutscher‘ Bastelerzählungen profiliert werden.


Michael Bies - Leibniz Universität Hannover

 


Manche kündigten neue Sendungen schon auf dem alten Sender an. Wieder andere konnten nicht mehr schlafen. Ronald Galenza zum Beispiel, der Indie-Freak von DT 64, wachte so lange, bis er beim Rockradio B zuschlug. „Ich konnte diese beschissene Ungewissheit einfach nicht mehr ertragen.“

Alexander Osang: in „Aufsteiger – Absteiger“  Ch. Links Verlag, Berlin

 

Im DDR-Rundfunk spielen Lutz Schramm, Ronald Galenza und Holger Lukas (DT 64) Die Genialen Dilletanten, Postpunk und experimentelle Musik aus Westberlin. Die Tapes und Vinyls erhalten sie über private Kontakte, beispielsweise versprengten SPEX-Autoren und zu Monika Döhring, der Betreiberin des Westberliner Loft.    

Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris) in "Subkultur West-Berlin 1979–1989" - FUNDUS Band 203

 

Für Ronald Galenza, der gemeinsam mit Heinz Havemeister das Buch „Wir wollen immer artig sein“ herausgab, stand am Anfang der ostdeutschen No-Future-Bewegung eindeutig der politische Protest. Mit viel Akribie haben die beiden Herausgeber, die selbst als DJ's, Musiker und Autoren im ostdeutschen Underground der 80er aktiv waren, Material zusammengetragen und dokumentiert. Klugerweise vermeiden sie den Eindruck von Endgültigkeit und Objektivität eines analytischen Zugriffs. IM Sascha Anderson sang damals in der Band Zwitschermaschine und war in der nichtoffiziellen Kulturlandschaft eine zentrale Figur. Galenza und Havemeister haben auch mit Anderson gesprochen. In ihrem Buch fehlt jedoch das Interview aus guten Gründen. So ist Havemeister und Galenza vielleicht eine höchst lebendige Darstellung der nonkonformistischen Künstlerszene in der DDR gelungen.


Roland Gerstenberg – Deutschlandfunk

 


Ronald Galenza und Heinz Havemeister legten 1999 erstmals diesen umfangreichen Essay-Band zu Subkulturen der DDR in den 1980er-Jahren vor, der schnell vergriffen war. Die Herausgeber und Autoren des Bandes waren allesamt Akteure oder aufmerksame Beobachter der alternativen Musik-Szene. Angesichts der Fülle von Anekdoten und Informationen, die der Band liefert, werden die Leser/innen gezwungen, sich ein eigenes Gesamtbild zu machen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Punk wegen seines enormen Provokationspotentials nur von einer kleinen, wenn auch im Laufe der 1980er-Jahre wachsenden Minderheit favorisiert wurde. Wer Orientierung sucht, sollte die Lektüre der einschlägigen Literatur über die DDR-Jugend- und Subkulturen vorziehen, um sich einen Überblick zu verschaffen.


Rebecca Menzel – Humboldt Universität Berlin

 

east days in lost berlin - Es gilt zu entdecken: Punk, Poetry, Elektro, Dub, Avantgarde und Jazz aus Ostberlin und Mecklenburg, Karl-Marx-Stadt und Dresden. Zeitgleich zu Berühmten und Berüchtigten wie den Einstürzenden Neubauten, Throbbing Gristle und der Tödlichen Doris. Musik, entstanden in den ökonomischen Freiräumen, die der Osten zu bieten hatte, erschienen weder auf Vinyl noch CD, sondern auf dem Punkmedium schlechthin, auf akribisch gestalteten Kassetten. Noch eine persönliche Bemerkung: Heutzutage wollen sie alle jung und jünger sein. Ich wünschte, fünf Jahre älter zu sein und diese Musik, mir damals nur in ihren späten Ausläufern bekannt, aus erster Hand erlebt zu haben.

Robert Mießner – statt.org

 

„Weltall Erde Mensch“ ist der Titel des gleichnamigen DDR-Hit-Samplers, den die DT-64-Radio-Jockeys Lutz Schramm und Ronald Galenza fachmännisch zusammengestellt haben. Besteht die Liebe zum DDR-Sound allein aus Nostalgie? Bei ständigem Kreisen in den Musikerinnerungen bestätigt sich vor allem die Liebe zum Pop. Schließlich sind Profis am Werk. Den US-Rock und Britpop hinterher hinkenden West-Deutsch-Musizierenden entsprachen im Osten versierte Staatsmusiker, die von Jazz bis Klassik so ziemlich alles spielen konnten.

Sicher, auch die klassischen West-Krachmacher, wie Frieder Butzmann oder F.M. Einheit, haben eine musikalische Vorbildung. Trotzdem war ihre Art, sich Befreiung im Lärm zu verschaffen, Ausdruck eines eher bemühten Anders-Seins. Ost-Rock dagegen klingt selbst in seinem blauäugigsten Kunstgerocke total far out, gerade weil er eine seltsame massenwirksame Fusion von individueller Freiheit und FDJ-Jugendklubgeprüfter Einheitsliturgie darstellt.

Harald Fricke & Detlef Kuhlbrodt, taz

 

ostPunk! too much future": Eine antimuseale Ausstellung zum Punk im Osten:

Musik, Texte, Bilder, Fotos, Underground-Filme - einiges ist hier überhaupt zum ersten Mal öffentlich zu sehen, Collagen und Holzschnitte von Cornelia Schleime etwa und Super-8-Dokumentarfilme: Punks filmten Punks. Boehlke und Gericke haben sich, beraten von einem Kompetenzteam, zu dem auch Christoph Tannert, Ronald Galenza und Heinz Havemeister, Dirk Teschner, gehören, als leitende Kuratoren von "too much future" profiliert.

Anke Westphal, in Berliner Zeitung - 26.8.2005

 

Am 1. März 1993 war Radio Fritz auf Sendung gegangen, damals noch in den Studios in der Nalepastraße in Oberschöneweide. Fritz sah sich von Beginn an als etwas Besonderes. Tatsächlich setzte die Fusion zwischen Radio Ost (Rockradio B) und Radio West (Radio4You) das Team von Beginn an unter Spannung. Nun wird Fritz 25 Jahre alt. Nur ein einziger Redakteur der ersten Stunde ist noch an Bord: Ronald Galenza, der schon für den DDR-Jugendsender DT 64 gearbeitet hatte.

Torsten Wahl - Berliner Zeitung.de/ 01.03.2018

 

Das 1986 erschienene Album "Keine Stars" der Band Pankow wurde von Teldec auch in der BRD verlegt. Das Album enthält den von Ronald Galenza getexteten Titel "Er will anders sein", der das Motto großer Teile der jungen Generation in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre der DDR wurde und dessen Refrain bei Live-Auftritten von Sänger und Publikum lautstark im Chor skandiert wurde

Bernd Lindner: "DDR Rock & Pop" - Köln

 

Mit unserem sich Ende der 80er ausbreitenden Individualismus suchten wir nach New-Wave- und Punkbands, die keiner kannte, weil uns das zu Checkern und Auskennern machte, und passenderweise fiel 1989 endlich diese beknackte Mauer. Den Soundtrack für die folgende Zeit des Umbruchs lieferte mir Ronald Galenza in seiner Sendung "Sonntagspätvorstellung" auf DT64. Seine Playlisten wurden zu Einkaufszetteln in West-Berliner Plattenläden.

Sascha Lange, Autor

 

Mir half, dass Rockmusik, als ich darüber zu schreiben begann, staatlicherseits längst den Stempel der Unbedenklichkeit bekommen hatte. Freilich nicht alle, wie die Kollegen bezeugen können, die sich mit den „anderen bands“ befaßten. Jürgen Winkler zum Beispiel, oder Lutz Schramm und Ronald Galenza. Ich schrieb nicht über Post Punk, World Music, Rap, Metal, so wichtig das alles ist.

Christoph Dieckmann: in „My Generation“ - Ch. Links Verlag, Berlin


Ronald Galenza bezeichnete die Situation damals in Ostberlin als „Wechselwirkungen offenen Ausgangs“, bei denen die künstlerischen Disziplinen sich auf kleinstem Raum verdichteten und verschränkten. Formate des WIR.

Matthias Einhoff, nGbK-Projektgruppe Berlin

 

Kaum jemand kennt die DDR-Kassettenszene besser als Ronald Galenza. Er taucht in Filmen auf, zum Beispiel in "Elektrokohle. (Von Wegen)" und er betreibt die großartige Internetseite www.beat-poet.de. Das klingt alles nach einem "geraden Weg", doch der war steiniger als vermutet.

Jan Drees in "Kassettendeck - Soundtrack einer Generation" (Eichborn)

 

Ausgiebig dokumentiert wurde die Szene bereits in dem Band "Wir wollen immer artig sein – Punk, New Wave, HipHop und Independent-Szene in der DDR 1980-1990", den Ronald Galenza und Heinz Havemeister 1999 bei Schwarzkopf & Schwarzkopf veröffentlicht haben und der vor kurzem in einer erweiterten Neuauflage erschienen ist, ist einschlägig.

Sebastian Weirauch, in FREITAG - Mai/2017

 

„Mix mir einen Drink … der mich woanders hinbringt!“ Nach fast 30 Jahren ist dieser Refrain nun zum Titel eines Buch geworden – über den Ende 2000 an einem Asthmaanfall erstickten Punksänger Aljoscha Rompe, der 1987 bereits zu einer Legende geworden war. Einige schwärmen noch heute von der ruhelosen Renitenz des Punksängers, dessen Biografie der Dichter Sascha Anderson gerne gehabt hätte. Die DDR-Musikexperten Ronald Galenza und Heinz Havemeister haben ihm mit ihrem 450-seitigen, reich bebilderten Wälzer: „Feeling B – Mix mir einen Drink“ ein dickes Denkmal gesetzt. Er hat es verdient.

Helmut Höge, Tageszeitung (taz)

 

Zwei Jugendsender braucht kein Mensch, meinte der Einigungsvertrag und sah die Fusion von RADIO4U mit Rockradio B, dem Pendant des ORB vor. Die Macher von Rockradio B, zu erheblichen Teilen ehemalige MitarbeiterInnen von DT64, freuten sich ebenso wie ihre West-KollegInnen. Nämlich gar nicht.

Ronald Galenza fällt mir (neben einigen anderen) ebenso ein, mit dem ich ob seiner (nur auf den ersten Blick) „Ruppigkeit“ nicht wirklich schnell warm wurde, der mir aber so oft von allen Seiten als netter Kerl ans Herz gelegt wurde, bis ich das selbst auch bestätigen konnte.

Johnny Häusler in seinem eBook „I live by the river!“ (spreeblick.com)

 

Revolutionäre alten und neuen Typs! Der Berliner Radiomoderator und Diaschnipsel-Spezialist Jürgen Kuttner veranstaltet zusammen mit seinem Radiokollegen Ronald Galenza einen Salon mit vermischten Intellektuellen zwischen 30 und 50. Manchmal sind auch Leute aus der eher linksökologischen Zukunftsabteilung von Mercedes dabei. Dann trinkt man ein paar Bier und bespricht die Dinge, die grade anstehen.

Detlef Kuhlbrodt, in taz


Zu mir nahmen verschiedene Leute aus der Kunst-Indie-Szene Kontakt auf. Am natürlichsten ging das mit dem Team des Jugendklubs auf der "Insel der Jugend". Auf der Insel fanden sich einige Leute zusammen, die neben dem allgemeinen Unmut darüber, daß sonntags nichts los war, auch einen eigenen Musikgeschmack hatten. Es war vor allem das Projekt inspiriert von den Musikfans Ebi Fischel und Ronald Galenza. Die beiden nahmen bereits im  März 1986  Kontakt zu mir auf. Wir einigten uns schnell auf gegenseitige Unterstützung.

Lutz Schramm: in "Sonderstufe mit Konzertberechtigung"  in "DT 64 - Das Buch zum Jugendradio 1964 - 1993"

 

Da bin ich aber sehr angenehm überrascht, das es doch noch Leute wie Galenza gibt, die sich nicht darum scheren, was der allgemeine Trend so vorgibt und tatsächlich eine eigene Meinung mit fundiertem Hintergrundwissen kundtun. Ein echt gelungener Text der sofort in meinen Fundus wandert. Ronald ich find Dich klasse.

Ulli Putsch (Schlagzeuger der Band Syph)

 

Der Film „Elektrokohle“ fließt über O-Töne, teils aus dem Off, angenehm in sich ruhend, indem er das nie schreierische Archivmaterial gegen Bilder von heute setzt. Besonders „heiße“ Besucher von einst sind auf Spurensuche. Zum Teil haben sie für Insiderkreise bekannte Namen, heißen Ronald Galenza (einer der fähigsten DDR-Musikjournalisten) oder Claus Löser (Kinobetreiber und Filmjournalist). In der Zurückhaltung liegt die Kraft.

Andreas Körner, Süddeutsche Zeitung

 


Was ist Musik? Klaus Walter präsentiert den deutschen Herbst Teil 2: Zonic Affairs mit Alexander Pehlemann. ‘Kulturelle Randstandsblicke und Involvierungsmomente’ – mit diesem bewußt sperrigen Untertitel kommt das Zonic Magazin nun schon seit einigen Jahren daher. Zwar schreiben Schlüsselfiguren des DDR-Untergrunds regelmäßig für Zonic, Ronald Galenza oder Bert Papenfuß etwa, aber Zonic bedient damit keine Ostalgiker. Das Themenspektrum reicht von Drum´n´ Bass für Titos Waisen über Aleister Crowley und Lauria Anderson bis Bobby Konders, Sybille Berg und Thomas Brasch. Open minded, sagt man da wohl.

Klaus Walter, Autor & DJ

 

Die Zeitschrift "Abwärts!" bietet das Beste an Autorinnen und Autoren, die der literarische Untergrund der Hauptstadt zu bieten hat. Die Mischung aus politischen Statements, in Versen oder Essays, macht das Blatt zu einem der derzeit der spannendsten literarisch-politischen Magazine. Neben vielen anderen angesehenen und geschätzen Autoren gibt es einen sehr erhellenden Beitrag »Kalter Krieg der Konzerte« von Ronald Galenza über die Musikszene in West- und Ost-Berlin. Dazu gibt es immer jede Menge Gedichte, und jedes Heft wird von einem Künstler oder einer Künstlerin illustriert oder graphisch gestaltet.

Jochen Knoblauch, Literatur-Beilage der Jungen Welt (12.03.2015)

 

... In dieser Zeit wurde gerade Rockradio B gegründet, wo zehn Kollegen von DT 64 weitermachten. Und die haben händeringend Wort-Journalisten gesucht. Am zweiten Weihnachtstag 1992 hing dann ein Zettel von Ronny Galenza bei mir an der Tür, ob ich nicht Lust hätte, beim Radio anzufangen. Ich dachte, davon hab ich keine Ahnung, das könnte ganz interessant werden.

Jürgen Kuttner aus:"Sprechen kann helfen - Kuttner"

In: "An, laut, stark: Fritz - Das Buch zum Radio" - (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2003)

 

Befreit von staatlicher Bevormundung, gingen die DT 64-Redakteure mit großem Idealismus ans Werk. Abends kamen Spezialsendungen für verschiedenste Musikrichtungen, auch für mich war eine dabei. Ronald Galenza moderierte ab Anfang 1990 die zweistündige "Spätvorstellung". Er spielte tonnenweise neue Sachen vor allem aus England, die mich zum einen an meine damalige Indie-Lieblingsbands wie Cocteau Twins oder The Smiths erinnerten, andererseits aber auch an einheimische Combos wie Die Vision. Besonders 1991 überhäufte mich "Electric Galenza" mit neuen, guten Platten. Alles Sachen, von denen ich noch nie gehört hatte, die aber genau meinen Geschmack trafen. Es war echt verrückt. Gut ein Viertel meiner Platten- und CD-Sammlung von heute läßt sich auf Galenzas Empfehlungen zurückführen.

Sascha Lange: in "DJ Westradio" - Aufbau-Verlag

 

 

Als Pankows Single „Er will anders sein“ 1986 erschien, wurde sie von DDR-fernen Jugendlichen genauso heiß gehandelt wie „Du willst mich küssen“ von den Ärzten. Das dürfen die doch gar nicht singen, urteilten viele meiner Freunde. Der Song schaffte es sogar vor „Cemetary Gates“ von The Smiths auf meinen Walkman und ich hörte es täglich, wenn ich völlig entleert von meinem Scheißjob nach Hause fuhr. Dieses Lied handelte von mir und Meinesgleichen. Er berührte mich in der Seele und ich schöpfte Mut, wenn ich in die nächste Kneipe fuhr für „zwei, drei Bier im Stehn“.

Alexander Kühne im Booklet „Die 100 Besten Ostsongs“ 2019

 


Ronald Galenza [Berlin] is joint publisher of numerous books about the Underground music scene of the GDR. He's been working as a journalist, DJ, radio presenter and musician (with Jähzorn) since the mid-80s, but he has also been busy writing his own poetry and texts. On this occasion he read from a story that tells the adventures of the East German underground band Der demokratische Konsum. Another entertaining bit of work that will hopefully be published sooner rather than later.

Karendeluxe, Karen Wendland, Bristol, U.K.

 

Dem interessierten Leser möchte man noch die beiden, ebenfalls von Galenza veröffentlichten Bücher "Wir wollen immer artig sein" (zu DDR-Underground allgemein) sowie "Mix mir einen Drink" (zu Feeling B) empfehlen, die "Spannung. Leistung. Widerstand" zu einer Quasi-Trilogie umfassend erweitert. Gerade ersteres ist für das Verständnis einiger Zusammenhänge und aufgrund etlicher Querverweise den Kauf wert.

Sascha Neumann

 

Um Subkultur ganz anderer Art ging es beim Videovortrag von" Too Much Future" von Galerist Henryk Gericke und Radiomoderator und Schriftsteller Ronald Galenza. Die beiden plauderten über den DDR-Punk der frühen 1980er Jahre, zeigten Fotos und spielten Songs von Bands wie Planlos, Schleimkeim, Zwitschermaschine oder Rosa Extra. Zwei kluge Männer erinnerten an einige Anekdoten über die ostdeutschen Verweigerer der Einvernahme durch Einheitspartei und DDR-Staatsorgane. Und tatsächlich war Punk zu sein in der DDR nicht ganz ungefährlich. Viele gingen für ihre politischen Texte in den Knast wie Otze von der Erfurter Band Schleimkeim oder Jana Schloßer von der Ost-Berliner Band Namenlos.

So schließen sich für den interessierten Berliner Kulturgänger Kreise auf diesem Festival, das mit diesem kleinen Ausflug in die Vergangenheit, der mit der ostdeutschen Post-Punkbewegung vor der Wende noch fortgesetzt wird, an die Geschichte des Austragungsortes Kulturbrauerei erinnert, der mit seiner Umgebung des alten Prenzlauer Berg eng verwoben ist.

Stefan Bock, FREITAG - 26/08/2017

 

Der West-Autor Olaf Leitner, Moderator Ronald Galenza und Peter Wicke, Professor für populäre Musik an der Humboldt-Uni, hatten genügend Theorien für den Abend. Galenza, Radio-Redakteur findet: „Die behandeln die DDR als abgeschlossenes Sammelgebiet“. Richtig. Die pauschalen Fragen des Abends vermischten kräftig die ehemalige Realität. Verhielten sich dann die Musiker einerseits opportunistisch bei Reisemöglichkeiten, andererseits widerständlerisch gegen Reglementierungen? Und wie viele Musiker mit Westpaß hatten überhaupt mit Auftrittsverboten zu kämpfen? Das Phänomen der Gegenwart ist die unendliche Diskussion über Ostmusik.

Abini Zöllner, Berliner Zeitung

 

Aktuell (Juni 2013) höre ich gerade die alte DT 64-Sendung "Schall & Rauch" mit Holger Luckas und Ronald Galenza. Die ganze 6-Stunden-Sendung liegt auch bei Tape Attack, trotz heftigsten Artefakten des Videobandes ist es ein Genuss. Da sieht man nochmal was den Sender ausgemacht hat! Diese Indie-Nacht mit Ronald Galenza und Holger Luckas könnte man gefahrlos heute 1:1 bei Radio1 senden. Es würde wahrscheinlich nicht mal jemand den "kleinen" Unterschied merken...  Die waen soweit vorne!

Der Radiator auf: radioforen.de

 

Wir wissen gerade gar nicht, was wir sagen können, um unserer Begeisterung über deinen Text Ausdruck zu verleihen. Es ist ein Hammer-Werk. Ein Meisterwerk!! Will gar nicht aufhören zu lesen. Du verpackst alle Inhalte so wunderbar und es greift alles so perfekt ineinander über. Ich habe viele Bücher und Filme zum Thema DDR gelesen und du bringst all das zusammengefasst in zwölf Seiten auf den Punkt. Unglaublich!

Sandra Strauss über Galenzas Text im Buch „1989 – Lieder unserer Heimat”, Verlag GLÜCKLICHER MONTAG