Zypern
Plötzlich war der Tank leer, wir hingen in den waldigen Bergen über Famagusta fest. Wartend kauten wir den Schafskäse der griechischen Mönche, die in ihrem Kloster des Ayios Andreas das Ende der türkischen Besetzung des Nordens abwarteten. Man sieht ihnen die vielen Jahre an: stolze, gegerbte Gesichter mit grauen Bärten und wachen Augen. Sie retteten uns mit Benzin und Palmwein. Das einst stolze Famagusta lag welk am Meer, türkische Armeeposten kontrollierten barsch die Zugänge. In der Markthalle von Nikosia, neben einer zur Moschee umgebauten alten christlichen Kirche, schunkelten wir zu.... und Melonen. Das einst wuchtige Stadion verfiel, an der die Stadt zerreißenden Mauer langweilten sich einige, wenige UN-Posten aus Belgien. Wir schnorrten Zigaretten und sahen zu, daß wir Land gewannen. Wir setzten über nach La Valetta, dem alten Agenten-Nest. Glorreiche Festung gegen alles Unbill von außen. Unser Bootsführer zeigt uns die konspirativen Molen und versorgte uns mit Aquavit. Die steilen Gassen nahmen uns gefangen, in zwielichtigen Kaschemmen lauschten wir den Gerüchten der Meere. Von fern sangen die Glocken von Victoria in das Morgengrauen, wir halfen der Sonne, einen neuen Tag zu gebären. Auf Gozo zechten wir mir Odysseus, der hier irrlichternd an Land ging.
R. Galenza