Irland
Gierig lutschte er am Ozean herum: der Mouth of Shannon. Dieser gurgelnde Wasserschlund. Trostlos und weit. Bisambraunes Wasser und kamillegrüne Flechten um Carrigaholt. Der Club klang kalt. Es roch nach Jugend, nassen Sachen und Dope. Jeder war hier seins. Eine große Gemeinschaft aus pfiffigen Monologen. Es war schwer reinzukommen, in diese Guiness-Gesellschaft. Wohin auch immer. In austauschbare Fußball-Krakelereien oder zu den stumpfen Gesichtern fülliger Mädchen, die sich in Armdrücken übten. Egal, ich war ja schon bei mir selbst. Drängelte mich an die Tresen-Front. Man winkte über die Bar, aber es winkte nie jemand zurück. Eine kleine Frau wies mich in unverständlicher Sprache darauf hin, dass ich mich brutal vorgedrängelt hätte. Die Nette. Ich grollte, plötzlich wurde ich heiter. Wochen später bekam ich die Drinks. In diesem Pub kulminierte dann die Nacht. Squardance pogte, die Fiedeln und Akkordeons barmten voller Geschichte. Bier, Schweiß und sexuelle Neurosen in Strömen. Die Freundin eines guten Freundes machte sich an mich ran. Wir gingen in den Nahkampf. Plötzlich stand er in der zugigen Tür. Es wurde garstig. Soviel Guiness kann man gar nicht trinken. Ich floh auf eine windschartige Klippe hoch über dem Atlantik. Um allein zu sein. Im Wind. Und gewöhnte mir dort das Rauchen an. War es die Werbung? Die Weite? Das Einsame? Die Wellen? Irland hat Schuld!