Canada
Welche Gottheiten hausten in den bizarren indianischen Totem-Pfählen in British Columbia? Die hatten bessere Zeiten gesehen und hypnotischere Trommeln vernommen. Heute sind sie nur noch holzgewordene Lokal-Folklore. Wir begegneten ihnen unten am Wasser des Pazifik. Schmuck ragten sie am Strand von Vancouver auf. Die indianischen Völker am Pazifik konnten im Winter auf genügend Vorräte zurückgreifen, so widmeten sie sich in der kalten Jahreszeit oft der Handwerkskunst. Sie schnitzten massive "Totem Poles". Verehrt wurden die übernatürlichen Wesen und Tiere u.a. in Form von Totems, vergleichbar mit Wappen. Man fand Orcas, Raben, Adler, Bären und Donnervögel. Die Pfähle weisen unterschiedliche Größen und Funktionen auf. 10 bis 15 Meter groß waren die mächtigsten Gedächtnis- und Grabpfähle, die frei vor den Häusern standen. Es gab daneben auch säulenartige Hauspfosten, die entweder auf der Außenseite oder der Innenseite geschnitzte Ornamente zeigten. Einige der alten, vom Verfall bedrohten Wappenpfähle wurden als historische Monumente in Museen konserviert. Indianische Künstler erhielten den Auftrag, als Ausgleich neue zu schaffen. Sie sind ein weithin sichtbares Zeichen dafür, daß die Kulturen der Nordwestküste nicht untergegangen sind. Mit der Verwendung menschlicher Mumien- und Skeletteile glaubte man, die Kräfte der Toten herbeizuziehen und damit mehr spirituelle Kraft als der Wal zu besitzen. Die Rituale waren vorbereitend auf den Kontakt mit den gefährlichen und übelwollenden Totengeistern, damit der Häuptling im Umgang mit ihnen keinen Schaden davontrug. Ein zentraler Kultur-Gedanke dieser Stämme ist die Einheit allen Lebens. Zur Sippe dazu gehören beispielsweise auch die Pflanzen, Tiere, Felsen und bestimmte Orte. In den Mythen der Indianer wird von Zeiten erzählt, in denen Menschen und Tiere miteinander kommunizieren konnten.
R. Galenza